Edle Damen, tapfere Recken,
hier werdet Ihr etwas über unseren Verein erfahren.



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Nun erfahrt von unserer Entstehung:

Alles begann mit der Tochter unseres werten Hauptmanns, der edlen Laura von Zeise…
Im Jahre des Herrn 2006 machte ihre Schulklasse eine Nachtwächterführung in der schönen Gemeinde namens Gangelt, das unter folgendem Thema stand: Das Mittelalter.

Die junge Herrin, gedankenlos wie sie war, erzählte ihren Lehrern fröhlich von dem Ritter-Dasein ihres Vaters, Thorsten Eckhard von Zeise. Dieser wurde darauf hin angehalten ein Schauspiel für die Kinder vorzuführen.
Gnädig, wie unser Hauptmann ist, schlug er diese bitte nicht ab und organisierte verlangtes Schaustück.

Es bildete sich eine Zusammenkunft aus ehrenvollen Rittern, mutigen Wächtern, tapferen Kriegern, edlen Damen und vielen weiteren treuen Anhängern…
Aus dieser Zusammenkunft formte sich ein fester Heldenbund und nun vereinigen sie sich unter dem schwarz-gelben Banner des Platschhonk

Die Schildwaechter zu Gangelt

Seither sind wir fester Bestandteil erwähnter Nachtwächterführung von der herrschaftlichen Monika Tholen und stolze Mitveranstalter des Gangelter Mittelalterspektakels.

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Der Platschhonk

Definition:

Der Platschhonk ist ein Fabelwesen, das einem Werwolf ähnelt. Sein Aussehen wird definiert als eine Mischung zwischen einem Wolf und einem Drachen. Seine Heimat ist Übach, wo er seit dem 5. Juni 1979 als Statue (erstellt von Krista Löneke-Kämmerling) auf dem Übacher-Marktplatz verewigt ist.

Geschichte: Der „mutige“ Schneider

Man erzählt sich, dass zu Zeiten des Mittelalters ein Schneider in Übach lebte, welcher behauptete von dem berühmten „tapferen Schneiderlein“ aus dem Märchen abzustammen.

Dieser Schneider war vor allem für seinen Übermut und sein zu großes Mundwerk bekannt. Wenn er einem Gespräch über den Platschhonk lauschte, welcher sich zur nächtlichen Stunde auf den Rücken von Wanderern stürzte und sich von ihnen tragen ließ, lachte er bloß darüber und verspottete das ihm unbekannte Wesen. Er würde das Tier mit Nadeln und Schere vertreiben, sodass ihm die Lust am getragen werden, vergehe.

Als der übermütige Schneider am Spätabend von seiner Arbeit in Boscheln nach Übach zurückkehrte, gingen ihm die Geschichten über das anhängliche Fabelwesen nicht mehr aus dem Kopf.
Jeder Schatten ließ ihn bangen, jedes Geräusch erzittern... voller Furcht wartete er auf den Aufprall der Bestie auf seinem Rücken. Von der Panik getrieben, erreichte er schließlich Übach und atmete erleichtert auf.

Doch das war zu früh...

Ein leises Rascheln, gefolgt von einem tiefen Knurren, lenkte die Aufmerksamkeit des Schneiders auf einen kleinen Hügel rechts von ihm. Aus einem dichten Gebüsch näherte sich die Bestie, von der seine Ängste handelten:

Ein schwarzes Monstrum, dessen Fell im Mondlicht blau schimmerte, mit einem ausgeprägten Dornenkamm auf seinem Rücken, langen scharfen Krallen an seinen vier Pranken, weiß blitzenden Schneidezähnen und blutroten Augen. Ähnlich wie ein Wolf, schlich es sich an, wobei der lange Schweif elegant schwang.

Alles Böse, was der Schneider sich vorstellen konnte, in einem einzigen Wesen vereint. Diesen Dämon musste der Teufel geschickt haben.

Er versuchte zu fliehen. Rannte wahllos über Wiesen und Felder. Egal wohin, Hauptsache weg vor der Bestie. Doch entkommen konnte er nicht. Vor ihm erblickte er den Dämon erneut und er verfluchte sich selbst dafür, das Geschöpf verspottet zu haben.
Er sammelte seinen Mut, wollte das Tier überwältigen, bis... der Platschhonk sich erhob und sich auf seine Hinterläufe aufbäumte.

Erschrocken von diesem Anblick machte er kehrt, rannte erneut los, aber er kam nicht weit. Wie in allen Erzählungen spürte er nun den zuvor erwarteten Aufprall auf seinem Rücken und brach unter dem Gewicht zusammen. Dabei hörte er das Fauchen des Tieres, welches alle seine Verhöhnungen in sein Gedächtnis riefen, alle seine Lügen in seinem Kopf schallen ließen.

Das Entsetzen ließ ihn aufstehen und den ganzen Weg zurück laufen, den er gekommen war. Die Last und die Qualen wurde er erst los als er die ersten Häuser in Boscheln erreichte. Lange kauerte er in einer Ecke vor Angst, dass die Bestie zurückkehren würde. Langsam fasste er sich und machte einen langen Umweg nach Hause.

Im Morgengrauen erreichte er sein Haus, erleichtert öffnete er die Tür und blickte erneut in die tiefen blutroten Augen, die ihn erstarren ließen. Er sprang zurück als die Bestie direkt neben ihm erschien und ihn drohend anfauchte. Höhnisch funkelten die Augen des Dämons ihn noch an als er sich in die letzten Schatten verzog, welche allmählich der Sonne wichen.

Seit diesem Tage war der Schneider geheilt, er entschuldigte sich für seinen Spott und seine Lügen.
Voller Demut und Ernsthaftigkeit erzählte er die Geschichten vom Platschhonk und er sah die vermeintliche Bestie nie wieder.

Wieso der Platschhonk?

Wir, die Schildwaechter zu Gangelt, haben dieses faszinierende Wesen als unser Wappentier gewählt, weil es ein einzigartiges Geschöpf ist und da sowohl unser Hauptmann als auch unser Heerführer gebürtige Übacher sind, haben wir darin auch eine Verbindung zu diesem Fabelwesen gefunden. So kämpfen wir unter dem Zeichen dieser beeindruckenden Kreatur um seine Werte weiter zu geben und sein edles Gemüt zu ehren.